LEKTION 2


Märchenkönig und seine Liebe zur Schönheit

Text 1
Lesen Sie den folgenden Text und machen Sie die unten gegebenen Aufgaben.
König Ludwig II.

1.Von den bayerischen Königen ist Ludwig II. in der heutigen Zeit ohne Zweifel der bekannteste, obwohl seit seinem Tod schon mehr als 100 Jahre verstrichen sind. Er war der letzte wahre König des 19. Jahrhunderts. Als friedliebender Fürst wurde er zweimal gegen seinen Willen auf Druck des Parlaments und der Öffentlichkeit in Kriege verwickelt. Unter dieser Tatsache hat er sehr gelitten. Mit seinem Engagement als Bauherr hat er das Kunsthandwerk in Bayern zu einer früher und auch später nie gekannten Blüte gebracht.

2. Am 25. August 1845 wurde den Bürgern der bayerischen Landeshauptstadt München mit Glockengeläute und Kanonendonner angekündigt, dass dem Kronprinzen Maximilian und seiner Frau Marie, einer Prinzessin von Preußen, der langersehnte Stammhalter geboren worden war. Der junge Prinz, auf den der Königsthron in Bayern wartete, wurde auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft. Später wurde als Rufname des Prinzen "Ludwig" gewählt.

3. Schon in den jungen Jahren baute sich Ludwig eine eigene Welt auf - lebensfern und ichbezogen. Sein Hauptinteresse wandte sich bald der Literatur zu. Der idealistische gesinnte und für Romantik schwärmende junge Kronprinz liebte vor allem das Pathos der Gedichte und Schauspiele von Friedrich von Schiller. Unter dem Einfluss der romantischen Literatur flüchtete er in ein geistiges Paradies, voll von Edelmut und Schönheit.

4. Mit sechzehn Jahren begegnete Ludwig zum erstenmal einer völlig neuen Form von Musik. Am 2. Februar 1861 erlebte er die Aufführung der Wagner-Oper "Lohengrin". In dieser Komposition und auch in der Auslegung des Themas empfand der Kronprinz alle seine romantischen Träume verwirklicht. Ab dieser Zeit beschaffte er sich alle Kompositionen und auch sonstigen Veröffentlichungen Richard Wagners, deren er nur habhaft werden konnte.

5. Eine seiner ersten Maßnahmen schon als König war der Auftrag an Hofsekretär Pfistermeister, den von ihm vergötterten Komponisten Richard Wagner zu suchen und ihn zu veranlassen, nach München zu kommen. Am Nachmittag des 4. Mai 1864 stand der Komponist zum erstenmal vor seinem Mäzen. Dieser Tag brachte Wagner erneute Schaffensfreude. Ein königlicher Gönner gab ihm die Möglichkeit, seine Werke und Ideen zu vollenden. Noch am gleichen Abend schrieb Richard Wagner an seine Freundin, Frau Dr. Wille: "... Sie wissen, dass mich der junge König von Bayern aufsuchen ließ. Heute wurde ich zu ihm geführt. Er ist leider so schön und geistvoll, seelenvoll und herrlich, dass ich fürchte, sein Leben müsse wie ein flüchtiger Göttertraum in dieser gemeinen Welt zerrinnen. ... Mein Glück ist so groß, dass ich ganz zerschmettert davon bin; wenn er nur leben bleibt; er ist so ein unerhörtes Wunder!"

6. Die Freundschaft zwischen Richard Wagner und dem König, die sie seit diesem Zeitpunkt verband, wirkte auf beide im schöpferischen Sinn befruchtend. Losgelöst von allen finanziellen Sorgen war es dem Komponisten möglich geworden, seine Pläne von der großen deutschen Heldenoper weiter in die Tat umzusetzen. Andererseits plante Ludwig II. – von Wagner inspiriert – die Schaffung einer deutschen Musikschule in München und beschloss daneben den Bau eines neuen Opernhauses, in dem für alle in den Wagner-Opern verlangten technischen Effekte die modernsten Einrichtungen geschaffen werden sollten. München sollte ein Zentrum der Musik, ähnlich wie Wien werden. Dieser Plan scheiterte an den Widerständen in den Kreisen der Staatsregierung, der eigenen Familie und der Münchner Bürger. Die Gegenströmungen richteten sich nicht allein gegen die hohen Kosten des Projekts, sondern vor allem gegen die Freundschaft des Monarchen mit dem "Revoluzzer" Wagner. König Ludwig musste sich verbittert und tief gekränkt, diesen Einsprüchen beugen. Nach fast eineinhalb Jahren, im Dezember 1865, gab er dem Druck nach und forderte Wagner auf, das Land Bayern zu verlassen.

7. Diese erzwungene Maßnahme führte zu einem Vertrauensbruch mit der bayerischen Regierung und der Münchner Bevölkerung. Unaufhaltsam verbreitete sich diese Kluft von Jahr zu Jahr. Der König mied München mit dem ungeliebten Leben am Hof und den "immer hurraschreienden" Bürgern, wenn es nur irgendwie möglich war. Schon eineinhalb Jahre nach seiner Thronbesteigung schrieb der erst zwanzigjährige Regent an Richard Wagner: "Ach, wie nichtig ist diese Welt! – Wie elend, wie gemein so viele Menschen! Ihr Leben dreht sich im engen Kreis der flachen Alltäglichkeit. – Ach, hätte ich diese Welt schon hinter mir!"

8. Der langjährige Kampf gegen politische Intrigen und gegen persönliche Angriffe verbitterte den König immer mehr. Je mehr er sich von seiner Umwelt unverstanden fühlte, desto stärker begann sich seine Menschenscheu auszuprägen. Häufig fuhr er nur noch im Schutz der Nacht durch sein geliebtes Voralpenland, nur sehr selten zeigte er sich noch in der Öffentlichkeit. In dieser Zeit entstanden die ersten Gerüchte und Legenden um den einsamen König: Er wurde für das einfache Volk zum Märchenkönig.

9. Fest steht jedenfalls, dass Ludwig II. sich – zumindest zu Beginn seiner Regierungszeit – sehr bemüht hat, als fortschrittlicher Herrscher den Bildungsstand des ihm anvertrauten Volkes zu heben. Er ließ Schulen und Gymnasien erbauen, gründete die Akademie für bildende Künste und die Technische Hochschule in München und er förderte durch seine "Wittelsbacher Stiftung" das Handwerk und Kunstgewerbe in Bayern. Er unterstützte auch zusammen mit seiner Mutter als einer der ersten die geniale Idee Henry Dunant’s zur "Hilfsaktion vom Roten Kreuz", die von Bayern aus in kurzer Zeit das ganze deutsche Reich erfasste. Die Musikwelt hat ihm die Kompositionen sowie die Erhaltung und die Anerkennung des Großteils der Werke Richard Wagners zu verdanken. Die wahrhaft königliche Unterstützung war die Grundlage neuer Wege in der Musik. Die Errichtung des Festspielhauses in Bayreuth, sowie des Hauses "Wahnfried" kamen auch nur mit königlicher Unterstützung zustande.

Aufgaben zum Text:

Тест №2a

II. Übersetzen Sie schriftlich folgende Sätze aus dem Text:

1. Der idealistische gesinnte und für Romantik schwärmende junge Kronprinz liebte vor allem das Pathos der Gedichte und Schauspiele von Friedrich von Schiller.

2. Mit seinem Engagement als Bauherr hat er das Kunsthandwerk in Bayern zu einer früher nie gekannten Blüte gebracht.

3. Ab dieser Zeit beschaffte er sich alle Kompositionen und auch sonstigen Veröffentlichungen Richard Wagners, deren er nur habhaft werden konnte.

4. Eine seiner ersten Maßnahmen schon als König war der Auftrag an Hofsekretär Pfistermeister, den von ihm vergötterten Komponisten Richard Wagner zu suchen und ihn zu veranlassen, nach München zu kommen

5. Andererseits plante Ludwig II. – von Wagner inspiriert – die Schaffung einer deutschen Musikschule in München und beschloss daneben den Bau eines neuen Opernhauses, in dem für alle in den Wagner-Opern verlangten technischen Effekte die modernsten Einrichtungen geschaffen werden sollten.

6. Je mehr er sich von seiner Umwelt unverstanden fühlte, desto stärker begann sich seine Menschenscheu auszuprägen.

III. Lesen Sie noch einmal den Absatz 6, dann setzen Sie die fehlenden Wörter in dieser Übung ein und prüfen Sie sich danach mit Hilfe des Textes.

Die Freundschaft ... Richard Wagner und dem König, die sie ... diesem Zeitpunkt verband, wirkte ... ... im schöpferischen Sinn befruchtend. Losgelöst ... allen finanziellen Sorgen war es dem Komponisten ... ... , seine Pläne ... der großen deutschen Heldenoper weiter ... ... ... umzusetzen. Andererseits plante Ludwig II. – ... Wagner inspiriert – die Schaffung einer deutschen Musikschule in München und beschloss daneben den Bau eines neuen Opernhauses, ... ... für alle in den Wagner-Opern verlangten technischen Effekte die modernsten Einrichtungen geschaffen werden sollten. München sollte ein Zentrum der Musik, ähnlich ... Wien werden. Dieser Plan scheiterte ... ... Widerständen in den Kreisen der Staatsregierung, der ... Familie und der Münchner Bürger. Die Gegenströmungen richteten sich nicht allein ... die hohen Kosten des Projekts, sondern vor allem ... die Freundschaft des Monarchen mit dem "Revoluzzer" Wagner. König Ludwig ... sich verbittert und tief ... , diesen Einsprüchen beugen. Nach fast ... Jahren, im Dezember 1865, gab er dem Druck ... und forderte Wagner auf, das Land Bayern zu verlassen.

Тест №2b

Тест №2c

VI. Mäzen ist eine Person, die materielle Unterstützung an Künstler leistet. Ohne solche Menschen wäre die Kunst viel ärmer. Oder nicht? Äußern Sie Ihre Meinung zu dieser Frage und beweisen Sie sie mit Beispielen aus der Weltkultur. Ihre schriftliche Antwört sollte 200-250 Worter enthalten.


Text 2

Lesen Sie den Text 2 und machen Sie anschließend die Aufgaben.

Die Schlösser von Ludwig II.

Ludwig II. konzentrierte sich immer darauf, sich eigene Welt zu schaffen, in der alles nur edel und schön war und in der das Gemeine keinen Platz hatte. Ausdruck seines Willens sind in erster Linie die Schlossbauten.

Bei seinen Ausritten und Spaziergängen zog es Ludwig häufig zu einem landschaftlich besonders reizvollen Platz, unweit des Schlosses Hohenschwangau. Auf einem Vorberg des Tegelberges befanden sich die Ruinen der beiden alten Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau. An dieser Stelle sollte die Wartburg des Königs entstehen, seine Glasburg. Im Frühjahr 1868 nahmen die Planungen zum Bau dieses neuen Schlosses Gestalt an. Die Reste der alten Burg wurden beseitigt, die Felskuppe um sieben Meter Höhe abgesprengt, eine Wasserleitung und eine Straße angelegt. Am 5. September 1869 konnte Ludwig II. endlich den Grundstein zum heutigen Schloss Neuschwanstein legen. In diesem Schloss, dessen Bau volle 17 Jahre in Anspruch nahm und das trotzdem nie vollendet wurde, sollte später der König die bitterste Demütigung seines Lebens erfahren, sollte ihn sein tragisches Schicksal ereilen.

Der vieleicht größte - und kostspieligste – Traum, den sich Ludwig II. erfüllte, war ein eigenes „Versailles“, nachdem er das ihm aus Büchern und Theatervorstellungen vertraute Schloss 1867 und 1874 bei seinen Reisen nach Frankreich besichtigt hatte. Schon das kleine Schloss Linderhof bei Ettal ließ der König im Stil der französischen Hofkunst ausstatten. Hier in der Umgebung von Linderhof plante er auch zunächst sein neues „Versailles“. Doch 1873 erwarb er die Insel Herrenwörth im Chiemsee, wo schließlich nach jahrelanger Vorbereitung am 21. Mai der Grundstein des neuen Schlosses gelegt wurde. Die auf Wunsch des Königs immer größere Dimensionen annehmenden Pläne des Architekten Georg Dollmann hatten inzwischen die Ausmaße des Vorbilds erreicht: Die Gartenfassade von Herrenchiemsee ist eine genaue Kopie der Gartenfassade von Versailles.

Ab 1885 wurden die Vorarbeiten für das vierte Schloss, für „Falkenstein“ bei Pfronten im Allgäu, unweit von Schloss Neuschwanstein, in Angriff genommen. Weitere Schlossbauten befanden sich im Stadium der Vorplanung, es lässt sich aber im nachhinein nicht mehr unterscheiden, welche Objekte nur „architektonische Spielereien“ waren und welche verwirklicht werden sollten.

Mit den jährlichen Einnahmen der Zivilliste des Königs konnten schließlich alle diese Baumaßnahmen nicht mehr finanziert werden. Kredite wurden aufgenommen, die Verschuldung Ludwig II. nahm immer mehr zu.

Fast 80 Jahre lang wurden seine Schöpfungen Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee zu Unrecht als "Kitsch" und "Zuckerbäckerstil" abgelehnt und verhöhnt, obwohl alle die "Fachleute", die sich dieses Urteil anmaßten, geflissentlich übersehen haben, dass der König nur dem Geschmack seiner Zeit gefolgt war. Damals wurden in ganz Europa ähnliche Bauwerke errichtet. Man erinnere sich nur an einen großen Teil der Rheinburgen und an das Hohenzollernschloss bei Hechingen erinnern. Alle diese Schlösser und Burgen, auch in anderen Ländern, sind Ausdruck des Historismus, einer Stilart, die im 19. Jahrhundert überall in Blüte stand – einem Stil, der lange Jahre auch von vielen Kunsthistorikern wenig Beachtung fand und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als eigenständige Stilart anerkannt und gewürdigt wurde. Von Fachleuten werden die Königsschlösser heute als eine der wichtigsten Schöpfungen des Historismus betrachtet, sie wurden deshalb in den internationalen Katalogen der besonders schutzwürdigen Bauten aufgenommen – eine späte Rehabilitation des Bauherrn, König Ludwig II.

Aufgaben zum Text 2

Тест №2d

Тест №2e

III. Ergänzen Sie den folgenden Lückentext mit unten angegebenen Wörtern

Ludwig II. war ein ... , der ... einem mystisch geprägten Idealbild eines christlichen Königtums ... und sich träumerisch alte Sagenszenen vorführen ließ. Während seiner ... zeigte er kaum ... Initiative. Seine Schwerpunkte lagen eher auf ... Gebiet, so hatte er ... seine ... von Richard Wagner und die Errichtung des Bayreuther Festspielhauses einen deutlichen ... auf die Musikgeschichte. ... ließ er die Königsschlösser Herrenchiemsee, Neuschwanstein und Linderhof ..., die dem bayerischen Staat keinerlei unmittelbaren ... brachten. Nach seinem Tod wurden sie schon bald zur ... Besichtigung freigegeben und sind bis heute ... Touristenziele. Er tat sich auch auf dem Gebiet der Förderung seinerzeit neuer Technologien hervor, so wurden bei seine Schlösserbauten modernste ... eingesetzt und ... Wissenschaften u.a. im Bereich Eisenbahn und Luftfahrt finanziell ... .

Kulturell, Nutzen, fördern, öffentlich, streben, politisch, nach, Förderung, durch, angewandt, Bautechnik, Monarch, privat, beliebt, Regierungszeit, errichten, Einfluss

IV. Lesen Sie folgende Zitate von und über Ludwig II. und äußern Sie Ihre Meinung zu einem davon. Ihre schriftliche Antwort muss 80-100 Wörter enthalten.

Ludwig II. über seine Einschätzung von Politikern:

"Politiker orientieren sich nie nach dem Wahren, Guten und Schönen. Für sie gibt es keine Liebe und keine Opferbereitschaft. Sie können nicht einmal miteinander reden, denn sie haben verlernt, sich zuzuhören. Politiker sind peinlich eitel, wollen immer gut dastehen und sind dauernd in Sorge zu beweisen, dass sie in jedem Fall rechthaben. Sie wollen beliebt sein und gewählt werden. Worte wie "Mehrheit" und "Minderheit" sind für sie von großer Bedeutung. Wenn die Wahrheit nur von einer Minderheit erkannt wird, dann sind Politiker sofort gegen die Wahrheit, denn sie stehen auf der Seite der Mehrheit oder zumindest auf der Seite derjenigen, denen sie ihre Macht verdanken."

Ludwig II. über den technischen Fortschritt (1878):

"Ich halte dafür, dass das Glück der Völker nicht in der Menge ihrer Eisenbahnen liegt. Auch nicht die Zukunft Bayerns und Tirols. Man soll mir die idyllische Einsamkeit und die romantische Natur, deren malerische Schönheit im Winter noch ungleich größer ist als im Sommer, nicht durch Eisenbahnen und Fabriken stören. Auch für zahllose andere Menschen, als ich einer bin, wird eine Zeit kommen, in der sie sich nach einem Land sehnen und zu einem Fleck Erde flüchten, wo die moderne Kultur, Technik, Habgier und Hetze noch eine friedliche Stätte weit vom Lärm, Gewühl, Rauch und Staub der Städte übriggelassen hat."

Papst Leo XIII. in seinem Nachruf auf Ludwig II.:

Welch ein liebenswürdiger König, gesegnet mit allen Gaben Gottes! Von seinen Vätern hat er die leidenschaftliche Liebe zum Schönen und Großen geerbt und eine Liebenswürdigkeit, welche sein Volk entzückt und begeistert. Von idealer Schönheit, ein offenes Herz für alles, war erhebt und ergreift, steigt auf den Thron, angebetet von seinem Volke. Er ist der volkstümlichste König!

Die italienische Zeitung "L’Elletrico" schrieb nach dem Tod des Königs u.a.:

Er war ein Friedensfürst, kein Kriegsheld, kein Tyrann, und hat nie, in keinem Abschnitt seines Herrscherlebens, die Pflichten eines verfassungsmäßigen Fürsten vernachlässigt, noch je durch Anmaßung die Freiheit gekränkt. Seine Eigenheiten gingen nur ihn an, seine Schulden belasteten seine Privat-Schatulle, den Rahmen seiner machtvollen Persönlichkeit hat er ebensowenig je überschritten wie den Rahmen seiner königlichen Rechte!

V. Überfliegen Sie den folgenden kurzen Text und denken Sie darüber nach, welchem der russischen Zaren die meisten Filme, Musikwerke, Theaterstücke usw. gewidmet sind. Schreiben Sie darüber in ein paar Sätzen (8-10 Sätze).

Ludwig II. in der populären Kultur

König Ludwig II. hat für die bayerische Identität als sogenannter "Kini" einige Bedeutung. Zahlreiche Lieder ranken sich um sein Leben und seinen Tod. Ludwig, der Märchenkönig, wurde zum bayerischen Inbegriff der guten alten Zeit. Bis heute gibt es zahlreiche aktive Ludwig-II.-Vereine in ganz Bayern (einschließlich Franken und Schwaben), die sein Gedenken wach halten und zum Verband der Königstreuen in Bayern zusammengeschlossen sind.

Mehrfach war das Leben König Ludwig II. Thema von Filmproduktionen. 1955 entstand unter der Regie von Helmut Käutner der Film "Ludwig II.: Glanz und Ende eines Königs" mit O. W. Fischer als König von Bayern. Internationale Beachtung fand der Film "Ludwig II." von Luchino Visconti mit Helmut Berger in der Titelrolle aus dem Jahr 1972. Im gleichen Jahr entstanden von Hans-Jürgen Syberberg "Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König" mit Harry Baer als Ludwig II. und der Film "Theodor Hirneis oder Wie man ehemaliger Hofkoch wird", in dem das Leben am Hof des Königs beschrieben wird.

Im Jahr 2000 wurde Ludwig ein neuer Theaterbau und ein Musical gewidmet: "Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies" von Franz Hummel wurde bis zum 31. Dezember rund 1 500 Vorstellungen im hierzu errichteten Füssener Musical Theater Neuschwanstein vor insgesamt 1,5 Mio. Menschen aufgeführt. Am 11. März 2005 feierte in diesem Festspielhaus Neuschwanstein ein neues Musical "Ludwig²" über König Ludwig II. von Bayern in der Inszenierung eines internationalen Teams seine Uraufführung.

TEST II

Melodien für Millionen
(Musik und Politik)

"Ich darf nie mehr Beethovens "Appasionata" hören. Wenn ich es tue, ist mir so, als würde ich die Köpfe von Kindern streicheln, statt die Köpfe meiner Feinde zu zerschlagen". In diesem sehr berühmten Lenin-Zitat ist das intime Verhältnis von musikalischer und politischer Tat wie kristallisiert.

Die Geschichte beginnt, wie fast alle guten Geschichten, mit dem Beginn des griechischen Denkens. Mit einer Idee, die die Legende Pythagoras zuschreibt. Die Idee war, dass Konsens und Harmonie im Staatswesen mit einer Harmonie in der Musik der Zeit untrennbar verbunden sind. Dann macht Pythagoras seinen weiteren Schritt: Er behauptet, dass es, man kennt den Ausdruck, eine „Sphärenmusik“ gibt. Dass die Bewegung der Himmelskörper in einem musikalischen Sinn harmonisch sei. Diese Verbindung von Natur, Politik und Harmonie ist eine Vorstellung von unglaublicher Schönheit – uind eine von unglaublicher Gefahr.

Platon interessierte sich fur Musik bis ins kleinste Detail. Das letzte seiner Werke, "Die Gesetze", beschäftigt sich mit der Etablierung von Recht und Ordnung in einer wirklichen Stadt. Darin steht eine der genauesten Vorschriften, wie Musik zu sein habe: welche Tonarten erlaubt seien, welche Instrumente. Und die wichtigste Feststellung ist, dass die anarchische Macht der Musik so groß sei, dass sie nicht unbeobachtet bleiben dürfe. Es sei die Pflicht der Politiker, das musikalische Leben bis ins Kleinste zu regeln.

Von Beginn an war Musik nicht vom Krieg zu trennen. Sie eröffnet, unterstützt und feiert. Jeder, der einmal die zwei-bis dreitausend rebellischen, extrem rechten Mitglieder der französischen Fallschirmspringer zum Klang von Edith Piafs "Je ne regrette rien" marschieren gesehen hat, wird den Schauer gefühlt haben, der durch ihre Körper ging.

Wie können wir erklären, dass die Musik fur politische Feiern und Begräbnisse einfach unabdingbar zu sein scheint? Fur seine totemistischen Rituale vereinnahmt der Staat jene Musik, die ursprünglich für einen intimen Rahmen gedacht war. Im kommunistischen Osteuropa stand man inmitten riesiger Menschenmengen, die lauschten, wie tote Mächtige auf dem Weg zu ihrer Vergöttlichung von einer lieblichen Chopin-Melodie begleitet wurden.

Schwierig ist die Frage, ob Musik an sich ein politisches oder ideologisches Engagement dartstellen kann. Wie steht es mit der Sache, die wir "reine Musik" nennen? Auf eine sehr provokative Weise hat Strawinsky verneint, dass Musik irgendeine Ausdrucks- oder Abbildungsfunktion habe. In der Tat, sagt er, wenn sie zu einer solchen Funktion hin tendiert, dann sei sie schlechte Musik.

Hans Eisler dagegen ironisiert die Feierlichkeit der klassischen Instrumentierung und ihrer Genres. Er brach mit der Moderne, um die Verwandschaft zwischen Volkslied und Oratorium auszunützen; zwischen Lyrik, den Marschklängen der Herzens und anarchischem Witz.

Für Eisler, wie auch fur Kurt Weill, ist Humor in jedem Fall links. Von hier ist es nur ein Schritt zur Idee, dass es verschiedene musikalische Mittel gibt, die immer liberale, humanistische musikalische Figuren bilden. Dass unser Bewusstsein an gewisse Codes gewöhnt ist, die es als befreiend, subversiv und aufständisch erkennt.

In unserer Gesellschaft ist der Druck der Politik auf Musik allzu offenkundig und beunruhigend. Eine Stimmung baut sich auf, die die Rolle der klassischen Musik in Frage stellt. Unsere politischen Führer behaupten, dass die Oper und Symphonie-Orchester, die Säle, die sie verlangen, Luxus sind. All dies ist, sagt man uns, das Spielzeug einer Elite.

Ja, eine Haydn-Sonate, ein Bartok-Quartett, ein "Wozzeck" gehören zu den Gipfeln dessen, was Menschen geschaffen haben. Diese Gipfel sind nicht leicht zu erklimmen; dafür sind sie auch nicht gedacht. Sie sind aus sich selbst heraus von weit größerem Wert als der neueste Pop oder Rock. Ihre Beziehung zur Reife, zur Menschlichkeit eines Staatswesens, ist schwierig zu demonstrieren. Doch das ist von größter Wichtigkeit.

Damit beziehe ich mich vor allem auf das quälende Thema der Herausbildung und Förderung musikalischer Fähigkeiten von früher Jugend an. Auf die Schul- und Universitätsorchester, Chöre, die Verfügbarkeit von Übungsräumen und guten Instrumenten. Auf Stipendien für jene Begabten, die musikalisch weiterkommen wollen. All dies steht heute unter einem enormen Druck. Sport, denkt man sich, ist die bessere Investition.

Ja, es gibt das Problem, dass moderne klassische Musik schwierig ist. Oft klingt sie, als wolle sie uns sagen: "Hör nicht zu!" Und es braucht außergewöhnliche Anstrengungen, diese Schwierigkeiten zu überwinden. In seiner Pariser Werkstatt sagte Pierre Boulez dem Publikum: "Ich werde die Sache heute abend zwei oder dreimal spielen. Sie wird verständlicher werden. Bitte, hören Sie zu". Moderne klassische Musik verlangt eine andere öffentliche Präsentationsform als jene, die sie jetzt hat. Mit viel mehr Zeit und Hilfe, sie zu begreifen. Es bleibt unglaublich viel Erziehungsarbeit zu leisten.

Ich habe mit Platons Überzeugung begonnen, dass Musik eine viel zu ernste Sache sei, um sie Musikern zu überlassen. Vielleicht könnte man schließen: Musik ist eine viel zu ernste Materie, um sie den Politikern zu überlassen.

Aufgaben zum Text

I. Beantworten Sie die Fragen zum Text. (Jede richtige Antwort - 1 Punkt, maximal - 7 Punkte)

1. Welche Idee schreibt die Legende Pythagoras zu?
2. Was schrieb Platon über die Musik?
3. Stellt der Autor die Musik als politisches und ideologisches Engegement dar? Wie argumentiert er seine Meinung?
4. Welche Funktion schreibt Strawinsky der Musik zu?
5. Was kann die Musik erwirken? Ist diese Erwirkung immer positiv?
6. Braucht unsere Gesellschaft klassische Musik?
7. Welche Musik soll den Menschen von Kindesbeinen an beigebracht werden?

II. Gebrauchen Sie in folgenden Sätzen die Verben reden, sprechen oder sagen. Max. 7 Punkte

1. Er kann ... , was er will, er wird mich kaum überzeugen.
2. Ich habe ihm ins Gesicht ..., dass ich ihm nicht glaube.
3. Die Leute ... von dem jungen Mann nicht viel Gutes.
4. Die Kinder ... dem Vater gute Nacht.
5. Du hast ein wahres Wort ... .
6. Die Kinder haben lange und mit Interesse uber den neuen Film ... .
7. Kannst du lauter ...?

III. Formen Sie um. Gebrauchen Sie dabei Modalverben. Max. 5 Punkte

1. Von Beginn an war die Musik nicht vom Krieg zu trennen.
2. Darin steht eine der genauesten Vorschriften, wie die Musik zu sein hat.
3. Diese Gipfel sind nicht leicht zu erklimmen.
4. Die Berichte sind in drei Wochen abzugeben.
5. Vom Aussichtsturm ist die ganze Stadt zu uberblicken.

IV. Bestimmen Sie Form des Infinitivs in folgenden Sätzen und übersetzen Sie diese Sätze ins Russische. Max. 6 Punkte


1. Allerdings muss dieser Gedanke mit Vorsicht betrachtet werden.
2. Jeder, der einmal die rebellischen, extrem rechten Mitglieder der französischen Fallschirmspringer zum Klang von Edith Piafs Lied marschieren gesehen hat, wird den Schauer gefühlt haben, der durch ihre Körper ging.
3. Ich werde die Sache heute abend zwei oder dreimal spielen.

V. Übersetzen Sie den folgenden Absatz ohne Wörterbuch ins Russische. Für eine adäquate Übersetzung - 10 Punkte.

Der junge Hitler hat den überwältigenden Eindruck, den Wagners Musik auf ihn machte, dokumentiert; sie solle, so sagte er, seine Vision bestimmen. Doch vielleicht stand Hitler damals in Wien in der Schlange mit einem bärtigen Mann, der ebenfalls dazu neigte, die billigen Sitze zu nehmen. Der Mann war Journalist und passionierter Wagnerianer. Dieser Journalist erzählt, dass er seine Augen geschlossen habe, als die Magie der Musik sich uber ihn ergoss. Und dass er dabei plötzlich das Ziel seines Lebens erkannte: die Gründung des Staates Israel. Der Mann war Theodor Herzl.

Gesamtsumme: 35 Punkte max.

Ключи к тесту II


Начало лекции